Nachdem die meisten Hochwasserschäden beseitigt werden konnten, hat das Amtsgericht Eschweiler wieder zu den üblichen Öffnungszeiten seinen Dienstbetrieb in den beiden Dienstgebäuden an der Kaiserstraße und Peter-Paul-Straße aufgenommen und ist auch telefonisch wieder erreichbar.

Gerichtsverhandlungen und sonstige Termine:

Gerichtsverhandlungen konnten wegen der Hochwasserschäden bis einschließlich Freitag, 23.07.2021 nicht stattfinden. Die Beteiligten dieser aufgehobenen Termine erhalten in der nächsten Zeit unaufgefordert neue Ladungen. Bitte sehen Sie in diesen Fällen von Rückfragen ab.

Personen, die selber mit dem Gericht einen Termin vereinbart hatten (in Nachlassangelegenheiten, Betreuungssachen, Grundbuchangelegenheiten, Beratungshilfeangelegenheiten und für Kirchenaustritte), werden gebeten, selber einen neuen Termin zu vereinbaren.

Grundbuch:

Es ist bei Grundbuchanträgen keine Bezugnahme auf Akten und Urkunden, die dem Gericht vorliegen, möglich.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gerichts sind bemüht, die Verfahren, Vorgänge und Anträge trotz der Beeinträchtigungen durch das Hochwasser so schnell wie möglich zu bearbeiten. Wir bitten um Verständnis, wenn dies aktuell aufgrund der noch bestehenden Einschränkungen etwas länger dauert als üblich.

Nachlasssachen:

Auskünfte aus 2019 und älter sind derzeit nicht möglich.

Testamente und Erbverträge, die beim Amtsgericht Eschweiler hinterlegt sind, können derzeit nicht eröffnet werden. Das Amtsgericht prüft, ob diese durch das Hochwasser beschädigt wurden und ob sie gegebenenfalls wiederhergestellt werden können.

Erbscheinsanträge sind möglich. Bei Erbscheinsanträgen aufgrund eines Testaments oder Erbvertrags müssen jedoch die Testamente und Eröffnungsprotokolle beigefügt werden.

Erbausschlagungen:

Bei drohendem Fristablauf für die Erbausschlagung (6-Wochen-Frist) kann die Ausschlagung sowohl beim Nachlassgericht (Sterbeort) als auch beim Wohnsitzgericht und bei jedem Notar erklärt werden.

Bitte sehen Sie zunächst von Sachstandsanfragen ab.

Hinterlegte Testamente:

Bedauerlicherweise ist ein noch nicht überschaubarer Schaden an den hier in unserem Verwahrtresor hinterlegten Testamenten entstanden. Eine Fachfirma ist bereits mit der Schadensaufnahme und eventuellen Rekonstruierung von Dokumenten beauftragt. Ob die Rekonstruierung überhaupt erfolgen kann, ist nicht absehbar.

 

Um sicherzustellen, dass im Todesfall Ihr letzter Wille bekanntgemacht werden und ausgeführt werden kann, haben wir folgende Empfehlungen:

 

Alternative 1

Sie haben ein handschriftliches Einzeltestament hinterlegt:

Es wird dringend geraten, ein neues handschriftliches Testament zu verfassen. Das Testament muss zwingend von Ihnen persönlich handgeschrieben sowie unterschrieben sein und sollte datiert werden.

Es empfiehlt sich folgender Einleitungssatz:

 

„Hiermit widerrufe ich alle meine bisherigen letztwilligen Verfügungen.“

 

Sofern Sie das neue Testament wieder bei dem Amtsgericht Eschweiler hinterlegen möchten, erfolgt die Hinterlegung selbstverständlich kostenfrei.

Von den neben der Hinterlegungsgebühr anfallenden Kosten für die erneute Registrierung bei dem Zentralen Testamentsregister (18,- €) kann von hier aus nicht befreit werden. Das Zentrale Testamentsregister erhält von hier aus automatisch eine Mitteilung, dass es sich um eine Neuhinterlegung wegen des Hochwasserschadens handelt und prüft dann in eigener Zuständigkeit, ob auch dort von der Erhebung der Gebühr abgesehen werden kann.

Alternative 2

Sie haben ein handschriftliches Ehegattentestament hinterlegt und beide Eheleute leben noch:

Es wird dringend geraten, ein neues handschriftliches Testament zu verfassen. Das Testament muss zwingend von einem der Eheleute persönlich handgeschrieben sowie von beiden Eheleuten unterschrieben sein und sollte datiert werden.

Es empfiehlt sich folgender Einleitungssatz:

 

„Hiermit widerrufen wir alle unsere bisherigen letztwilligen Verfügungen.“

 

Sofern Sie das neue Testament wieder bei dem Amtsgericht Eschweiler hinterlegen möchten, erfolgt die Hinterlegung selbstverständlich kostenfrei.

Von den neben der Hinterlegungsgebühr anfallenden Kosten für die erneute Registrierung bei dem Zentralen Testamentsregister (18,- €) kann von hier aus nicht befreit werden. Das Zentrale Testamentsregister erhält von hier aus automatisch eine Mitteilung, dass es sich um eine Neuhinterlegung wegen des Hochwasserschadens handelt und prüft dann in eigener Zuständigkeit, ob auch dort von der Erhebung der Gebühr abgesehen werden kann.

 

Alternative 3

Sie haben ein handschriftliches Ehegattentestament hinterlegt und das Testament wurde bereits eröffnet, weil einer der Eheleute bereits verstorben ist:

Bitte setzen Sie sich so schnell wie möglich mit einem Rechtspfleger/einer Rechtspflegerin der Abteilung für Nachlassangelegenheiten bei dem Amtsgericht Eschweiler unter den folgenden Telefonnummern:

 

02403 7007-162 Herr Günther

02403 7007-155 Herr Block

02403 7007-154 Frau Schumm

02403 7007-164 Frau Pool

02403 7007-117 Frau Klosky

 

in Verbindung, um die Angelegenheit individuell besprechen zu können.

 

Alternative 4

Sie haben ein notarielles Einzeltestament oder ein notarielles gemeinschaftliches Testament hinterlegt:

Wenn Sie im Besitz einer beglaubigten oder einer einfachen Abschrift dieses Testamentes sind, reichen Sie es bitte nach hier unter Angabe Ihrer Telefonnummer (für Rückfragen) ein.

Sollte bereits eine Eröffnung nach dem Erstverstorbenen stattgefunden haben, fügen Sie bitte auch das Eröffnungsprotokoll bei.

Eventuell können Sie diese Unterlagen über den beurkundenden Notar erhalten.

Gegebenenfalls können Sie sicherheitshalber auch ein neues Testament handschriftlich verfassen, indem Sie z.B. den Text Ihres notariellen Testamentes abschreiben.

Bitte beachten Sie dabei zu den Wirksamkeitsvoraussetzungen die Hinweise bei den obigen Alternativen 1 und 2.  

 

Wir bedauern zutiefst die Ihnen entstehenden Unannehmlichkeiten und arbeiten mit Hochdruck an der Beseitigung der vielfältigen Probleme.

 

Wir danken für Ihr Verständnis